In der Gemeinderatssitzung am 19.5. wurde über die 2. Änderung des Bebauungsplans „Hartäcker“ abgestimmt. Die Satzungsänderung war notwendig geworden, um den Bau einer Pflegeeinrichtung zu ermöglichen. Der ursprüngliche Bebauungsplan hätte eine wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung eines Pflegeheims nicht ermöglicht. In der Sitzung wurde insbesondere auf die zahlreichen Einwendungen der vom Bauvorhaben betroffenen Anwohner eingegangen. Diese waren größtenteils nachvollziehbar und haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Dennoch hat die Fraktion SPD & BWG am Ende der Änderung des Bebauungsplans und damit dem Bau des Heims zugestimmt.
Die Abwägung zwischen dem öffentlichen Interesse und den Interessen einzelner Bürger fällt immer schwer. Für uns ausschlaggebend war jedoch, dass es in der Region nicht ausreichend Pflegekapazitäten für eine immer älter werdende Bevölkerung gibt. Wer derzeit nach einer Unterbringung sucht, wird meist mit einer langen Warteliste vertröstet. Die Suche nach einem Pflegeplatz wird oft zu einem Glücksspiel. Und die hohen Kosten der Einrichtungen bringen viele Betroffene und Angehörige an den Rand der Belastbarkeit. Daher müssen die Betreiber auch die Investitionskosten des Pflegeheims im Blick behalten, denn diese werden schließlich auf die Heimbewohner umgelegt.
Einen möglichen Mangel an Parkraum sehen wir weniger kritisch. Wer Angehörige in Pflegeheimen hat, weiß, wie selten viele Heimbewohner besucht werden und wie viel Einsamkeit dort herrscht. Eigentlich traurig. Auch der Lieferverkehr von und zum Heim ist hoffentlich überschaubar und kann über die Kreisstraße abgewickelt werden. Auf den Durchgangsverkehr im Hartäcker sollte die Stadt jedoch ein Auge haben und ggf. mit geeigneten Maßnahmen eingreifen.
Unsere Rückfragen in der Sitzung betrafen die Begrünung. Da Pflegeheime in der Regel nicht mit Klimaanlagen ausgestattet sind und aus Lärmschutzgründen die Fenster zur Straße häufig geschlossen bleiben sollten, kann eine gute Begrünung zur Schaffung eines angenehmeren Mikroklimas beitragen. Zudem sollten die Heimbewohner über ausreichend beschattete Außenanlagen verfügen. Dafür sind Grünflächen hilfreich. Dies soll nach Auffassung des Planungsbüros jedoch im eigentlichen Baugenehmigungsverfahren geklärt bzw. dem Investor überlassen werden. Wir hoffen hier auf Weitsicht.
Hartmut Schmidt
Silke Kiderlen-Polek


