Am vergangenen Montag verfolgten ca. 35 Besucher, überwiegend ErzieherInnen, Tagesmütter und Mütter, den Film Lisette und ihre Kinder im Rahmen einer Veranstaltung von Ingo Rust MdL und des Ortsvereins der SPD. Der Film führt durch das letzte Berufsjahr einer erfahrenen Kindergärtnerin, die in Stuttgart einen privaten Kindergarten mit unter 10 Kindern alleine führte. In diesem letzten Berufsjahr setzt sie nochmals all ihr Können ein, um den Kindern einen guten Start in die viel ernstere Schulzeit zu ebnen. Die Zuschauer konnten beobachten, wie sie, ins Kinderspiel eingebettet, Wissen und Sprache vermittelt, die Kinder als eigenständige Persönlichkeit ernst nimmt, ihnen fast unbemerkt und einfühlsam hilft, Konflikte untereinander zu lösen und soziale Kompetenz aufzubauen.
Dem Spielfilm schloss sich eine rege, von Ingo Rust moderierte Diskussion an, in der die Verhaltensweise der Kindergärtnerin ausnahmslos bewundert wurde, aber auch auf deren Ausnahmesituation im Rahmen eines kleinen und sehr idyllischen Kindergartens verwiesen wurde. Zahlreich wurde auf den vielfach bestehenden hohen und zunehmenden Zeitdruck durch große Gruppen und eine hohe Erwartungshaltung der Eltern bezüglich möglichst hoher Wissensvermittlung hingewiesen. Die Erzieherinnen diskutierten das Pro und Kontra der heute üblichen Orientierungspläne mit ihren bezuschussten Projekten, durch die neue Möglichkeiten eröffnet werden, die aber oft nur kurzfristig aufgelegt werden, einen hohen Dokumentationsaufwand erfordern und, im schlimmsten Fall, zu schulähnlichen Verhältnissen mit einem strengen Stundenplan führen. Alle Erzieherinnen waren sich aber einig, dass bei allen vorschulischen Bildungsmaßnahmen nicht vergessen werden darf, dass im Kindergarten Spiel, Fantasie und das selbstständige Erarbeiten von sozialer Kompetenz der Kinder im Mittelpunkt stehen sollte.


