Quelle: Website BUND
Frank-Walter Steinmeier hat die Union aufgefordert, den Atomausstieg gemeinsam mit der SPD "im Sinne der Sache und des inneren Friedens" zu vertreten. "Da geht es nicht allein um Krümmel", betont der SPD-Kanzlerkandidat.
Frank-Walter Steinmeier hat die Union aufgefordert, den Atomausstieg gemeinsam mit der SPD "im Sinne der Sache und des inneren Friedens" zu vertreten. "Da geht es nicht allein um Krümmel", betont der SPD-Kanzlerkandidat.
Steinmeier erinnerte im Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (Mittwochsausgabe) an den von ihm während der rot-grünen Koalition ausgehandelten Atomkonsens und warnte vor neuen gesellschaftlichen Spannungen durch die Unionsforderungen nach längeren AKW-Laufzeiten. "Warum will die Union diesen Konflikt?" CDU und CSU sollten stattdessen gemeinsam mit der SPD den Atomkonsens vertreten, forderte Steinmeier.
Mit Blick auf die neuen Pannen im AKW-Krümmel erwartet der SPD-Kanzlerkandidat vom Betreiber Vattenfall den Verzicht, das Atomkraftwerk wieder ans Netz gehen zu lassen. Ein ähnlicher Vorfall in dem Meiler hatte vor zwei Jahren beinahe zur Katastrophe geführt. Vattenfall habe damals zugesichert, dass sich Derartiges nicht wiederholen werde. Doch, "kaum wird Krümmel wieder hochgefahren, gibt’s schon den nächsten Störfall. Deswegen sage ich: Das reicht!"
Dabei geht es Steinmeier nicht nur um den Pannenreaktor. Der von ihm in der rot-grünen Koalition ausgehandelte Atomkonsens ist bewusst als unumkehrbarer Ausstieg aus der Risikotechnologie formuliert worden - mit Fristen, die ausreichen, um Alternativen für eine sichere Energieversorgung zur Verfügung zu stellen. Wenn die Union diesen Konsens jetzt aufkündigen will, gefährde sie die notwendigen Investitionen in erneuerbare Energien. "Und ich sage auch", ergänzte der SPD-Kanzlerkandidat, "ich bin froh über jedes Kilo Atommüll, das nicht produziert wird und auf viele Jahrtausende sicher unter der Erde gelagert werden muss".
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