Warum wir den TOP Bebauungsplan „Torweinberg“ verschoben haben

Veröffentlicht am 17.07.2026 in Gemeinderatsfraktion

In der Gemeinderatssitzung am 7.7.2026 stand die Verabschiedung des Bebauungsplans „Torweinberg“ auf der Tagesordnung. Ein privater Investor möchte auf einem Grundstück zwischen Weinsteige und Schloss Beilstein ein großzügiges Einfamilienhaus und zwei Mehrfamilienhäuser errichten. Da diese Fläche derzeit keine solche Wohnbebauung zulässt, sollte mit einem Bebauungsplan die planungsrechtliche Grundlage geschaffen werden. Mit dem Satzungsbeschluss des Gemeinderats hätte der Investor sein Vorhaben anschließend umsetzen können. Dazu kam es am 7.7.2026 jedoch nicht.

Grund waren die Bedenken des Landesamts für Denkmalpflege hinsichtlich der Auswirkungen des Bauvorhabens auf das historische Ortsbild von Beilstein. In einer Stellungnahme bemängelt das Landesamt, dass ihm keine qualifizierten Unterlagen des Antragstellers vorlägen, die eine fachliche Beurteilung überhaupt ermöglichen würden. Es fehlten insbesondere fotorealistische Visualisierungen des geplanten Bauvorhabens.

Der Gemeinderat beschloss daher einstimmig, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, bis das Landesamt für Denkmalpflege eine abschließende fachliche Bewertung abgeben kann. Alle Mitglieder des Gemeinderats waren sich ihrer Verantwortung bewusst, wenn es darum geht, das historische Erbe der Stadt zu bewahren. Ein möglicher erheblicher Eingriff in das Ortsbild zwischen Altstadt, Burg und den Weinbergen erfordert besondere Sorgfalt – insbesondere bei Gebäuden mit einer Höhe von bis zu 14,5 Metern.

Die Fraktion SPD & BWG hatte bereits am 17.9.2024 bei der Einbringung des Vorentwurfs Bedenken hinsichtlich des historischen Ortsbildes geäußert. Schon damals konnte der Antragsteller keine fotorealistischen Visualisierungen vorlegen, die diese Bedenken hätten entkräften können. Zudem waren die Gebäude seinerzeit mit vier Geschossen und rund 9 Metern Höhe geplant. Nun geht es um Gebäude mit fünf Geschossen und einer Gesamthöhe von bis zu 14,5 Metern.
Wir begrüßen die sorgfältige Vorgehensweise des Gemeinderats. Am Ende muss der Rat zwischen dem dringend benötigten Wohnraum in Beilstein und dem Erhalt des historischen Erscheinungsbildes der mittelalterlichen Stadt und Burg abwägen. Für eine solche Entscheidung braucht es jedoch vollständige und nachvollziehbare Unterlagen.

Hartmut Schmidt

Silke Kiderlen-Polek

 

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