Same procedure as every year

Veröffentlicht am 08.08.2026 in Ortsverein

Jedes Jahr wiederholt sich in Baden-Württemberg ein in Deutschland einmaliges Ritual: Die frisch ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer des Landes werden entlassen, um sie dann nach den Sommerferien wieder einzustellen. Eigentlich möchte der neue Kultusminister Andreas Jung (CDU) das ändern. Auf Granit stößt er jedoch im Grünen geführten Finanzministerium. Dort sieht man keinen finanziellen Spielraum. Damit wiederholt sich dieses traurige Spiel auch 2026.

Für den SPD Ortsverein Beilstein ist das ein Skandal. Auf einer Vorstandssitzung sagte ein Mitglied: „Das ist eine riesige Sauerei. Anstatt die Referendare aus Steuermitteln zu entlohnen, wie es sich als öffentlicher Arbeitgeber gehört, sollen diese für einige Wochen von den Sozialkassen getragen werden. Das Land stiehlt sich hier aus der Verantwortung und belastet stattdessen die Arbeitslosenkasse. Die Kosten werden so nur verschoben und auf dem Rücken der angehenden Lehrer des Landes und derer, die in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, ausgetragen“.

Neu ist, dass erstmals ein Kultusminister der CDU diese Praxis beenden will. Die Vorgänger von Andreas Jung haben dies stets abgelehnt. Die CDU scheint umzudenken. Dennoch stimmten die CDU-Abgeordneten im Landtag gegen einen Antrag der SPD, der die Bezahlung der Lehrkräfte in den Sommerferien fordert. Auch die beiden Abgeordneten unseres Wahlkreises, Köhler (Grüne) und Preusch (CDU), stimmten somit für die Fortsetzung der Entlassungspraxis, die jetzt etwa 4.000 angehende Lehrkräfte betreffen wird.

Da wir schon seit Jahren über diese unrühmliche Praxis in Baden-Württemberg schreiben, hoffen wir, dass sich 2027 endlich etwas ändert. Die angehenden Lehrkräfte des Landes haben mehr Respekt und Verlässlichkeit verdient. Gerade in Zeiten des Lehrkräftemangels sollte das Land alles dafür tun, junge und gut ausgebildete Lehrkräfte im Schuldienst zu halten und ihnen einen verlässlichen Start in ihren Beruf zu ermöglichen.

 

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